Der Artikel bezieht sich auf diese Orginalmeldung vom 11. August 2022

Dokumentation von Indymedia.org

Am 11. August 2022, wurde das geschichtsrevisionistische „Krieger-Ehrenmal“ im Hauptfriedhof – Frankfurt am Main – von Antifaschist*innen besucht und dekoriert. Bis heute ist dieses geschlossen und konnte nicht wieder in Stand gesetzt werden.

Reaktionen auf unsere Aktion blieben nicht aus, wenn auch leider überproportional von jenen, die kein Interesse an einer echten Aufarbeitung der NS-Zeit in Deutschland haben. So verbreitete die FAZ kurz nach Veröffentlichung unseres Schreibens auf Indymedia (https://de.indymedia.org/node/216130) absichtlich Falschinformationen. Geschrieben stand dort unter anderem, das Denkmal sei nicht vom Volksbund erbaut worden. Was wir nie behaupteten. Unbestritten ist jedoch die spätere Umgestaltung und Finanzierung dessen durch den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.. Ursprünglich wurde es, wie die FAZ ganz richtig auf Wikipedia nachlesen konnte, für das Gedenken der gefallenen Soldaten im 1. Weltkrieg erbaut. Später wurden allerdings Inschriften zu Regimenten des 2. Weltkrieges, der auch SS-ler angehörig waren, ergänzt. Aber über Falschdarstellungen in der FAZ sind wir natürlich nicht sonderlich verwundert. Nur die Kommentare darunter haben uns dann doch etwas irritiert. Dort wurde dem „Kommunistendreckspack“ – allseits beliebtes Feindbild – hohe Gefängnisstrafen oder schlimmeres gewünscht. Dabei dachten wir die Symbolik wäre deutlich genug…(ohne spalterisch zu sein) wir sind offensichtlich Anarchist*innen!

Auch der Volksbund rang sich schließlich zu einem Statement durch. Darin schreiben sie wie bestürzt sie doch über den „Farbanschlag“ waren – das freut uns sehr! Der Landesverband betonte zudem noch einmal seine Ablehnung von Gewalt, worunter nach ihrem Verständnis natürlich auch Sachbeschädigung fällt. Ein Ganzer Artikel wurde unserem „Gewaltakt“ gewidmet. Von den SS-lern und Kriegsverbrechern die auch mit dem Denkmal geehrt werden ist darin natürlich keine Rede. Soviel zur Abscheu von Gewalt. Viel lieber betonen sie, dass sie sich dem Motto „gemeinsam für Frieden“ verpflichtet fühlen. Wir schlagen als ersten Schritt Richtung Friedensschaffung vor, dem frönen der widerwärtigsten aller Kriegstreibern ein Ende zu bereiten!

Anschließend macht uns der Volksbund ein Angebot zum Dialog über „Extremismus, Nationalismus, Rassismus und willkürliche Gewalt“. Dass mit keinem Wort das eigentliche Thema: Der eklatante Antisemitismus in der BRD und dementsprechende Kontinuitäten Erwähnung finden, sagt für uns schon genug über den möglichen Erfolg der angebotenen Debatte aus. Das dem Volksbund nicht einmal nach unserer klaren Kritik am Umgang mit der Shoah das Wort Antisemitismus einfällt gibt einen deutlichen Einblick wie die „Workcamps, Begegnungs- und Bildungsstätten sowie vielfältigen Projekte im In- und Ausland“ gestaltet werden und wessen Geist sie entspringen.

Die Reaktionen auf unsere Aktion zeigen noch einmal deutlich: Widerständiger Antifaschismus ist und bleibt notwendig! Gegen die Kriminalisierung von Antifaschismus! Freiheit für alle Antifaschist*innen! Gegen den Geschichtsrevisionismus!

Für eine Gesellschaft in der Kriegstreiber und Massenmörder als solche benannt und bekämpft werden!

Hier gehts zum Video: https://vimeo.com/770416758

Edit:

Zu unserem vorangegangenen Text hat uns auch solidarische Kritik von Gesonss*innen erreicht. Den „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.“ als „Fascho-Verein“ zu bezeichnen wäre nicht trennscharf genug. Wir teilen diese Kritik und möchten bei aller Polemik differenzierter mit diesem Begriff umgehen. Dementsprechend korrigieren wir: Den Volksbund als Ganzes zum Fascho-Verein zu erklären ist unpassend. Klar ist jedoch, wem das Wort Antisemitismus nicht einmal nach deutlichster Kritik an deutscher Erinnerungskultur bzgl. der Shoah einfällt, wer Kriegsverbrecher und SS-Angehörige mit den Opfern des NS-Terrorregimes gleichsetzt, der betreibt Geschichtsrevisionismus, ist klar in der rechten Ecke zu verorten und ist somit zu bekämpfen