Hier findet ihr Informationen zur Abschiebung von Roma und Sinti sowie zum stattlichen und gesellschaftlichen Rassismus gegenüber Roma und Sinti.
Polizisten und Sozialarbeiter drangen am 15. September in die Kindertagesstätte des Förderverein Roma Schaworalle ein. Im Namen des "Kindeswohls" brachten sie ein zwei- und ein vierjähriges Mädchen zu Pflegeeltern. Zurückgelassen wurden verängstigte Kinder und entsetzte BetreuerInnen.
Hintergrund ist eine überforderte Mutter von fünf Kindern, die Verhaltensauffälligkeiten zeigten. Nach der Mitteilung des Fördervereins Roma waren die Kinder der Familie aber mit Hilfe von Notmüttern und KiTa stabilisiert worden. Die Familie war mit weiteren Hilfen auf einen guten Weg gebracht worden und hätte in kürze aus der viel zu kleinen Wohnung ausziehen können.
"Kinderschutz sieht anders aus, auch bei Roma-Kindern", so dass Fazit des Förderverein Roma in seiner Pressemitteilung.
Der Förderverein Roma protestiert gegen die brutale Behandlung dreier junger Roma durch Beamte des 17. Reviers in Frankfurt. Die drei Roma waren wegen lauter Musik kontrolliert worden. Nachdem sie als "Zigeuner" beschimpft wurden, wurden sie geschlagen und stundenlang festgehalten. Presseerklärung des Förderverein Roma
1999 floh die Romni Borka T. gemeinsam mit ihrem Mann und ihrem dreijährigen Sohn vor den Angriffen albanischer Nationalisten aus Mitrovica nach Deutschland. Seitdem litt sie an einer posttraumatischen Belastungsstörung.
Nach 11 Jahren in Deutschland wurde die Familie am 7. Dezember 2010 abgeschoben. Entgegen der Zusicherung des Auswärtigen Amtes vor Gericht wurde die schwer kranke Frau T. in Prisitna nicht von Ärzten in Empfang genommen und weiterbehandelt. Ohne Geld und Medikamente brach sie Anfang des Jahres 2011 zusammen und verlor das Bewustsein. Sie starb an einer Gehirnblutung. PE des Anwalts, TAZ, junge welt
Infos zur Lage der Roma (im Kosovo) gibt es bei Chachipe und Roma-Kosovo-Info
Fast die Hälfte der 12.000 von Abschiebung ins Kosovo bedrohten Roma sind Kinder und Jugendliche. Etwa 2/3 von ihnen sind in Deutschland geboren und sprechen weder Albanisch noch Serbisch. 3/4 der bereits abgeschobenen Jugendlichen konnte im Kosovo nicht weiter auf eine Schule gehen.
Die soziale und gesellschaftliche Lage der Roma ist von rassistischer Ausgrenzung und Armut geprägt. Sie sind die ärmste Bevölkerungsgruppe im ärmsten Land Südosteuropas. 37% der Roma im Kosovo leben von weniger als einem Euro pro Tag und können sich damit nicht einmal genug zu Essen kaufen.
Kinder ohne Chance Ankündigung und Zusammenfassung der UNICEF-Studie zur Lage der Roma-Kinder aus dem Kosovo
Integration unter Vorbehalt Zur Situation von Kindern kosovarischer Roma, Ashkali und Ägypter in Deutschland und nach ihrer Rückführung in den Kosovo (pdf, 431 KB, 112 Seiten)
Weitere Informationen zur Lage der Roma in Deutschland und im ehemaligen Jugoslawien gibt es bei der Roma-Menschenrechtsorganisation Chachipe und beim roma-kosovoinfo
Die verschwundene Mahntafel zum Gedenken an die ermordteten Roma und Sinti am ehem. Stadtgesundheitsamt ist wieder aufgetaucht. Die Tafel, auf der auch auf die Verantwortung der beiden späteren MitarbeiterInnen des Frankfurter Gesundheitsamts Ritter und Justin aufmerksam gemacht wird, war im Rahmen von Bauarbeiten entfernt worden. Die Tafel konnte erst nach jahrelangem Kampf vor zehn Jahren aufgehängt werden. Frühere Presserklärung des FV Roma zum Verschwinden der Tafel.
Der bayrische Flüchtlingsrat hat eine Sondernummer über Antiziganismus herausgebracht. Themen sind die Geschichte des Hasses auf "Zigeuner", die Lage der Roma im ehemaligen Jugoslawien und das Leben der von Abschiebung bedrohten Roma-Flüchtlinge in Deutschland. Außerdem enhält das Heft Beiträge gegen die Zasammenarbeit der BRD mit dem Regime im Iran und zur AG Wohlfahrt.
Eine Klientin des Fördervereins Roma wurde am 4. Januar 2010 im Büro des Vereins festgenommen. Anlaß war ein Fehler bei der Überweisung der Hundesteuer. Der Verein protestiert in seiner Presseerklärung gegen die Behinderung seiner Arbeit wegen einer Bagatelle und gegen die Einschüchterung von Roma durch unangemessene Polizeieinsätze.
Seit dem "Rückführungsabkommen" mit dem Kosovo im Mai 2009 sind tausende Romaflüchtlinge in Deutschland von der Abschiebung bedroht. Wie auch Amnesty International berichtet, leben Roma im Kosovo in Armut und Diskriminierung. Zur dauerhaften Diskriminierung kommen sporadische antiziganistische Pogrome.
Um die Abschiebung von Roma zu verhindern, hat der Flüchtlingsrat Niedersachsen eine Petition gegen die geplane Abschiebewelle initiiert. Einen linken Aufruf Roma müssen bleiben gibt es von Cosmoproletarien Solidarity.
Weitere Informationen gibt es bei Chachipe und Roma-Kosovoinfo
Der Innenausschuss des hessischen Landtags hat am 25. Juni ein Bleiberecht für Flüchtlinge aus dem Kosovo mit den Stimmen von CDU und FDP abgelehnt. Chachipe, HNA, junge welt
Update: Auch Niedersachsen will Roma abschieben
Am 26. Mai 2009 wurde Elvis A. aus Fuldatal ins Kosovo abgeschoben. Seine Lebensgefährting und die gemeinsamen Kinder (1½ Jahre und 3 Wochen alt) blieben zunächst alleine zurück. Elvis hatte mehr als 9½ Jahre in Deutschland als "geduldeter" Flüchtling gelebt.
Trotz der anhaltenden Diskriminierung und Verfolgung der Roma im Kosovo hat die Bundesregierung vor kurzem ein Rückübernahmeabkommen mit der Regierung des Kosovo geschlossen. Weitere Abschiebungen von Flüchtlingen ins Kosovo sind daher zu befürchten.
Presserklärung des Roma-Menschenrechtsvereins Chachipe, Förderverein Roma
Der Roma-Menschenrechtsverein Chachipe hat zu diesem Jahrestag einen Zusammenhang zwischen dem heutigen "Umgang mit den Roma und der 'kollektiven Amnesie' gegenüber dem Schicksal der Roma unter dem Nationalsozialismus" konstatiert. Vor diesem Hintergrund kritisiert der Verein den zunehmenden staatlichen und gesellschaftlichen Rassismus in vielen europäischen Ländern sowie das Rückübernahmeabkommen der BRD mit dem Kosovo, durch das mehr als 300 Roma in Angst vor Abschiebung leben.
Am 14. Juni 2008 fand eine Kundgebung vor dem italienischen Konsulat statt. Die TeilnehmerInnen gedachten des in Verona von Faschisten ermordeten Nicola Tommasoli.
Der Protest richtete sich gegen die antiziganistischen und rassistischen Gewaltaktionen, die in den letzten Wochen vor allem in Rom, Neapel und Verona stattfanden. Zugleich griffen die RednerInnen die italienische Regierung scharf an, die die Pogrome durch Polizeiaktionen gegen Flüchtlinge flankiert und weitere Gesetzesverschärfungen gegen Flüchtlinge und MIgrantInnen vorbereitet. Leika Böttcher von der Roma-Union wies auch auf die Verantwortung der abgelösten Mitte-Links-Regierung für die rassisteische Stimmung in Italien hin. Hans Christoph Stoodt von der Anti-Nazi-Koordination erinnerte an die Kontinuität des Antiziganismus in Deutschland und Frankfurt
Aufruf, Rede von Leika Böttcher (Roma-Union Frankfurt)
Weitere Informationen zur Lage in Italien: jungle world, Italiens Antiziganismus (Indymedia), Rom News Network (englisch), Jagd auf Zigeuner (Telepolis), Abschiebehaft: Italien prescht vor Italiens Antiziganismus (Telepolis), Rechts-Katholiken und Neofaschisten (dradio 5:55 Min) Neofaschistischer Vormarsch (AIB)
Der Förderverein Roma weist anlässlich des Jahrestages der Reichspogromnacht in einer Presseerklärung am 9. November 2007 auf die aktuelle besorgniserregende Situation in Italien hin, wo aufgrund der Straftat eines Einzelnen, Jagd auf Roma und Sinti gemacht wird.
Nach 5-jährigem Aufenthalt im Transit des Bukarester Flughafen hat sich Marin Mogos am 17. März 2007 selbst das Leben genommen. Der im Jahr 2002 aus Wiesbaden abgeschobene Flüchtling hatte zuvor 10 Jahre in Wiesbaden Kastel gelebt, wohin die Familie Mogos auch zurückkehren wollte. Der Förderverein Roma e.V. bedauert den tragischen Tod von Marin Mogos und "verurteilt aufs Schärfste die Ignoranz und Unmenschlichkeit deutscher Behörden".
Der Förderverein Roma hat dem Hessischen Rundfunk Rundfunk vorgeworfen, in dem Film „Auf Einbruchstour – Frankfurts junge Diebe“ Roma und Sinti als Diebe zu stigmatisieren. Neben der Ethnisierung der Kriminalität enthalte der Film auch eine paternalistische Fürsorgehaltung gegenüber den Roma-Kindern. Presseerklärung des Fördervereins Roma.
Die Roma-Union hat einen gewaltsamen Übergriff der Offenbacher Polizei gegen einen psychisch kranken Roma angeklagt. Der Mann sei mit unverhälnismäßigem Zwang zurück in die Psychatrie gebacht worden Dabei hätten die Polizisten "sogenannte 'Gestapo-Methoden'" angewandt. Die Roma-Union hat deshalb eine Anzeige gegen das zuständge Revier aufgegeben. Die Offenbacher Polizei reagierte ihrerseits mit einer Beleidigungsklage wegen der "Gestapo-Methoden". (Presse-Erklärung der Roma-Union vom 13. Februar 2006)
Der Förderverein Roma protestiert gegen die drohende Abschiebung zweier Familien und zweier Jugendlicher nach Rumänien. Alle betroffenen Roma leben seit langem in Deutschland (z.T. seit über 15 Jahren). (Presseerklärung vom 8.2.2006)
Seit dem 19. Mai 2005 werden Ashkali, Ägyter und Roma aus der BRD in den Kosovo abgeschoben. Ende April hatte die UN-Verwaltung des Kosovo (UNMIK) ihre Bedenken gegen die Abschiebungen aufgegeben und ein "Rückführungs"-Abkommen mit dem Bundesinnenministerium abgschlossen. Ungeachtet der nach wie vor bestehenden Verfolgung von Minderheiten im Kosovo sollen im Mai und Juni jeweils 300 Ashkali und Balkan-Äypter abgeschoben werden. Ab Juli kann sich die Zahl der Abgeschobenen auf 500 monatlich erhöhen und ab 2006 gibt es keine Beschränkungen mehr. Dann sollen auch Roma abgeschoben werden. Insgesamt sind etwa 34.000 Angehörige von Minderheiten aus dem Kosovo von dem Abkommen betroffen und müssen mit Ihrer Abschiebung rechnen. Telepolis
Etwa 20.000 weiteren Flüchtlingen droht die Abschiebung ins Kosovo.
Aus Frankfurt ist u.a. die 17-Jährige Aferdite von der Abschiebung in den Kosovo bedroht. Dagegen wendet sich ein Kreis von SchülerInnen und Eltern der IGS Nordend mit einer Petition
Am Abend des 30. September 2004 wurden 5 Roma am Südbahnhof ohne Grund und in schikanierender Weise von der Polizei kontrolliert. Gegen dieses rassistische Vorgehen hat der Förderverein Roma in einer Presseerklärung vom 10. November 2004 protestiert.
Der Leiter der EU Delegation in der Slowakei, schlug vor, Romakinder von ihren Eltern zu trennen, um das "Romaproblem" zu lösen. Das European Roma Information Office (ERIO) hat einen Aufruf gegen gegen diesen manifesten Rassismus veröffentlich.
Der Förderverein Roma protestiert gegen die Verleumdung einer behinderten Romni in der Frankfurt-Ausgabe der Bild-Zeitung, die in einem Artikel vom 3. September als bettelnde Betrügerin dargestellt wurde. Der Förderverein Roma will Strafanzeige gegen den Autor des rassistischen Artikels stellen
Nach wie vor sind zahlreiche Roma aus Rumänien von der Abschiebung bedroht. Kurzfristig sollen zwei Familien abgschoben werden. Dagegen Protestiert der Förderverein Roma
Bilder von einer Kundgebung gegen die Abschiebung von Roma am 5.2. 2002 in Berlin
Weil er an einer Protestaktion gegen die Abschiebung von Roma aus der BRD in ehemals jugoslawische Staaten teilgenommen hat, soll Rudko Kawczynski eine Haftstrafe in der JVA Vierlande auf dem Gelände des früherere Konzentrationslagers Neuengamme verbüßen.
Informationen auf RomNews
Artikel von Gaston Kirsche in der Jungle World